Methylenblausilber in der Tiermedizin
Ein Beispiel dafür, dass Tierversuche nicht auf den Menschen übertragbar sind
Zu Methylenblausilber habe ich einiges an Daten zur Anwendung beim Menschen bzw. zur Klärung der Struktur.1 2 3
Carola war so nett durch alte Tiermedizinische Zeitschriften zu gehen und mir Fotos und Scans zu schicken und da sind weitere alte Schätzchen dabei: Methylenblausilber wurde 1926 auch an Tieren getestet.
Es ist aber nun mal so, dass Tiere auf verschiedene Substanzen anders reagieren als Menschen. Beispiele dafür sind Xylit oder Schokolade bei Hunden, oder Lauch- und Zwiebelgewächse bei Katzen.
Methylenblau ist intravenös giftig für Frösche4 aber nicht für Katzen5 oder Menschen. Die LD50 einer Substanz (also die Dosis, bei der die Hälfte der Tiere an einer Chemikalie verstirb) sagt somit nur sehr bedingt etwas über die Letalität beim Menschen aus, zumal Ratten Nagetiere sind und zudem koprophag. Koprophat heißt, dass Nagetiere ihren eigenen Kot fressen, um essentielle Vitamine wie B-Vitamine, Aminosäuren und Bakterien aus dem Blinddarmkot zu gewinnen. Man kann also davon ausgehen, dass es wohl gewissen biochemische Unterschiede zwischen Nagetieren und Menschen geben sollte.
Zudem muss man unterscheiden, ob man eine Substanz isst oder injiziert. Agrochrom ist zudem nicht Methylenblau, das sind zwei komplett unterschiedliche Substanzen.
Dieses historische Publikation zeigt zwei Dinge:
Was für den Menschen ein Heilmittel ist, kann für Tiere tödlich sein und umgekehrt. Die Fortschrittlichste Medizin des Planeten ist die Mausmedizin. Viele Krankheiten, darunter Krebserkrankungen, können bei Mäusen geheilt werden, die Mittel funktionieren aber nicht beim Menschen.
Tiermodelle sind mit Vorsicht zu genießen. Nur weil ein Tier an einem Produkt verstirbt, heißt es nicht, dass es zwangsläufig gefährlich für den Menschen ist. Anders herum gilt aber das Gleiche. Nur weil ein Tier mein Mittel gut verträgt, heißt es nicht, dass es harmlos für den Menschen ist.
Diese historische Publikation ist ein seltenes Beispiel dafür, wie ein Mittel, das zu diesem Zeitpunkt in hoher Dosis im Menschen zum Einsatz kam, für Tiere tödlich war. Hätte man Argochrom erst an Tieren getestet, hätte man es für Menschen nie zugelassen.
Das heißt nicht, dass es ethisch in Ordnung ist, direkt im Menschen zu testen. Das heißt aber, dass man das Tiermodell sehr sorgfältig wählen muss und das das Tiermodell dem Menschen möglichst ähnlich sein sollte und selbst dann Rückschlüsse nur sehr bedingt getroffen werden können.
Ein Phänomen, das in der Wissenschaft bekannt ist, weswegen darüber diskutiert wird, ob man Tierversuche nicht lieber mit humanen Zellkulturversuchen ersetzen sollte.
Man kann somit von Tierversuchen nur sehr bedingt auf den Menschen schließen. Humanmedizin ist aber auch nur sehr bedingt auf Tiere übertragbar.
Tierärztliche Wochenschrift 1926, S. 527f
(Aus der medizinischen Klinik der Tierärztlichen Hochschule zu Hannover. Direktor: -Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Malkmus.)
Über die Wirksamkeit des Methylenblausilbers bei intravenöser Anwendung
Von Konrad Ziegler, Tierarzt aus Creuzburg (Werra)
Drucklegung des Auszuges der Inangural-Dissertation zur Erlangung der Würde eines doctor medicinae veterinariae genehmigt durch die Tierärztliche Hochschule Hannover. 1925. Referent: Geh. Reg.-Rat Prof, Dr. Malkmus. (Das Original befindet sich in der Hochschulbücherei)
Das Methylenblausilber ist eine Verbindung von Methylenblaunitrat mit Silbernitrat. Der Silbergehalt beträgt etwa 20 Prozent.
Das widerspricht leider der Originalpublikation zu Methylenblausilber.
Methylenblausilber ist ein intensiv blaues Pulver, das in Wasser leicht löslich ist, 24% Silber enthält, die färberischen Eigenschaften des Methylenblaus aufweist und kolloid ist.6 7
Die mit Hilfe des Chemikers Dr. J. Flaschen hergestellte Verbindung ist ein intensiv blaues Pulver, das in Wasser leicht löslich ist, 24 % Silber enthält, die färberischen Eigenschaften des Methylenblaus aufweist und kolloid ist.8
Ich habe Merck mehrfach angeschrieben, aber nie eine Antwort bezüglich der ursprünglichen Formulierung erhalten. Ich habe nun das Merck Firmenarchiv angeschrieben.
Sowohl kolloidales Silber als auch Silbernitrat werden in der Humanmedizin eingesetzt.9 Das Silber liegt im Falle von Silbernitrat als Ionen und nicht als kolloid vor. Hat man damals nicht zwischen Ionen und Kolloid unterschieden?
Silbernitrat besteht aus Silber- (Ag⁺) und Nitrat-Ionen (NO₃⁻). Ionen sind geladene Atome.
Kolloide sind stabile, dispergierte Partikel, die oft aus vielen Atomen bestehen und sich physikalisch anders verhalten.
Die Raman Daten10 legen nahe, dass es sich wohl eher um Silberionen gehandelt haben muss, also eine Mischung aus Silbernitrat und Methylenblau, was auch deutlich einfacher herzustellen wäre als entsprechende Mengen an Silberkolloid in fester Form, um ein entsprechendes Pulver herzustellen, denn Argochrom (Handelsname von Methylenblausilber), wurde auch als Pulver angeboten. Kolloidales Silber wird aber meist als Lösung angeboten, auch wenn ich zumindest eine Apotheke hätte, die es in Pulverform herstellen könnte.
Auch preislich macht es einen Unterschied, ob man mit Silbernitrat oder mit Silberkolloid arbeitet.
Es ist ein braunes, im auffallen den Lichte grünlich. schimmerndes Pulver, das sich im Wasser mit tiefblauer Farbe löst. Die Auflösung wird durch Erwärmung noch beschleunigt. Es wird unter dem Namen „Argochrom“ von der Firma E. Merck in Darmstadt hergestellt.
Wenn man schon dem Methylenblau allein eine starke antiseptische und entwicklungshemmende Eigenschaft auf Bakterien zuschreibt, so durfte man mit Berechtigung einer Verbindung mit Silberpräparaten, die ja ebenfalls an sich schon strenge antiseptische Eigenschaften besitzen, eine verstärkte Wirkung zumuten. Bei der überaus schnellen Ausdehnungsfähigkeit und Durchdringung des Methylenblaus gegenüber sämtlichen Körperzellen glaubte man im Sinne der Ehrlich-Wassermannschen Schienentheorie in dem Argochrom ein Mittel gefunden zu haben, das mit Leichtigkeit auf den ganzen Körper verteilt werden und überall seine keimtötende Wirkung entfalten könnte. Auf dem Gebiete der Humanmedizin will man dann auch z. T. geradezu frappante Erfolge mit Argochrom erzielt haben, besonders in Fällen septischer Allgemeininfektionen, wie z. B. bei Sepsis durch Streptokokken und Staphylokokken, bei Bakteriämie nach Aborten, bei Puerperalfieber, bei septischer Diphtherie und Abdominalthyphus. In der Veterinärmedizin habe ich nur von zwei Autoren günstige Berichte über Argochrombehandlung finden können, und zwar von Stabsveterinär Krämer bei septischer Allgemeininfektion durch Streptokokken (Druse) und von Draeske bei Hämoglobinurie der Rinder und Septikämie der Pferde.
Mir ist die Aufgabe gestellt worden, die therapeutische Wirksamkeit des Argochroms durch Tierversuche auszuprobieren, insbesondere, ob die überraschenden Erfolge bei sonst meist tödlichen Infektionskrankheiten, über die in der Humanmedizin berichtet wird, in der Veterinärmedizin bestätigt werden können. Ich verwendete dazu das Präparat in Pulverform in Packungen von 5 und 10 g, welches mir der Firma Merck bereitwilligst zur Verfügung gestellt wurde. Ich löste das Pulver in einer Konzentration von 1:100 auf, filtrierte diese Lösung, damit keine ungelösten Teile in die Vene gelangten, und verabfolgte diese nun gebrauchsfähige Lösung intravenös. Über die antiseptische und entwicklungshemmende Wirkung des Mittels auf Bakterien kann nach der ausführlichen Arbeit von Hassenkamp kein Zweifel bestehen. Es galt nun zunächst die therapeutische Dosis und Wirkung auf die einzelnen Organe, als dann die Heilwirkung bei den einzelnen Krankheiten genau festzustellen. Ich machte zu dem Zwecke zwei Gruppen von Versuchen, und zwar
A) Versuche. an. Versuchstieren zur genauen Bestimmung der Dosierung des Mittels und
B) Heilversuche an kranken Tieren.
A. Eigene Versuche
Zur Bestimmung der therapeutischen und Todesdosis benutzte ich das Argochrom in 1prozentiger Lösung. Als Versuchstiere verwandte ich in die Klinik eingelieferte, zum Töten bestimmte Hunde und-Schlachtpferde, die ein Rosschlächter mir für einige Tage zu diesem Zweck zur Verfügung stellte.
Da in der Literatur keinerlei Anhaltspunkte über die therapeutische und Todesdosis zu finden waren, machte ich zunächst einen Versuch aufs Geratewohl und verabfolgte einem 6 kg schweren gesunden Hunde 0,05 g Argochrom in 5 ccm Aqua dest., d.h. 0,008 g pro kg Körpergewicht, in die Vena saphena. Schon nach wenigen Minuten traten sehr heftige- Vergiftungserscheinungen ein, der Hund lag Platt auf der Seite, die Pupille war stark erweitert, die Lidbindehäute waren sehr blass, die Temperatur betrug 36,4 Grad C, der Puls war kaum mehr zu fühlen und nicht mehr zu zählen, der Cornealreflex völlig erloschen, das Sensorium vollkommen benommen. Unter heftigem Zittern und undefinierbaren jammervollen Lauten verendete der Hund 12 Minuten nach der Injektion. Bei den folgenden Versuchen verabfolgte ich dann ganz kleine Dosen, indem ich mit 0,001 g pro kg Körpergewicht anfing, und steigerte die Dosen. allmählich bis zur Todesdosis. Ich fand dabei folgendes:
Das Argochrom ist bei intravenöser Anwendung in 1prozentiger Lösung in Dosen von 0,001—0,002 g pro kg Körpergewicht völlig unschädlich. Es treten keinerlei Veränderungen in Bezug auf Allgemeinbefinden, Temperatur, Puls und Atmung auf. Ausgeschieden wird es zum größten Teile schon innerhalb 24 Stunden durch die Nieren. Bei einer Dosis von 0,008 g pro kg Körpergewicht tritt nach ca. 2 Std. eine kleine Temperaturerhöhung um ca. 0,3 Grad C ein, der Puls wird etwas kräftiger und beschleunigter, die Zahl der Atemzüge ändert sich nicht. Nach 6—8 Std. ist. die Temperatur wieder zur Norm zurückgesunken. Das Allgemeinbefinden bleibt während der ganzen Zeit unverändert. Im Dosen von 0,004—0,005 g Pro kg Körpergewicht erweist sich das Argochrom schon als gefährliches Gift. Nach 1/2 Std. beginnt bereits die Temperatur rapid zu steigen und erreicht nach etwa 3 Std. ihren Höhepunkt mit 41 Grad C, und darüber, fällt dann nach und nach bis 36,3 Grad C, also weit unter die Norm, zurück. Der Puls erfährt zunächst eine gewisse Stärkung, wird dann aber immer beschleunigter und matter, bis er weder genau zu fühlen noch zu zählen ist. Das Allgemeinbefinden wird gestört, das Sensorium völlig benommen; die Pupille erweitert sich sehr stark, der Blick wird trübe, der Appetit hört völlig auf. Die mit 0,004—0,005 £ pro kg Körpergewicht behandelten Hunde verendeten nach 12 bis 24 Std. Die mit obiger Dosis behandelten beiden Pferde waren zwar nach 2x24 Std. nach der Injektion am Leben, mussten dann aber geschlachtet werden, da sie wegen starker Untertemperatur (36,3 Grad C) und hochgradiger Herzschwäche zu verenden drohten. Somit muss also 0,005 g Argochrom pro. kg Körpergewicht als Dosis letalis angesehen werden. Die Sektion sämtlicher infolge Injektion durch Argochrom verendeter und getöteter Versuchstiere war in allen Händen dieselbe, nämlich: weiche, brüchige Konsistenz des Herzmuskels, der Leber und der Nieren, also: Myokarditis, Hepatitis und Nephritis mit vermehrter Flüssigkeitsbildung der serösen Häute wie Herzbeutel, Brustfell und. Bauchfell.
B. Heilversuche.
Die therapeutischen Versuche stellte ich bei solchen Infektionskrankheiten an, die in der Praxis besonders häufig vorkommen, und zwar in 7 Fällen von Druse. (Streptokokken Infektion), 2 Fällen von bösartigem Katarrhalfieber, 2 Fällen von jauchiger Metritis, 3 Fällen von katarrhalischer Pneumonie, 2 Fällen von Brustseuche und 4 Fällen von Rotlauf. Bei allen diesen Fällen verordnete ich außer Argochrom stets noch die sonst gebräuchlichen Mittel. Argochrom injizierte ich jeden 2. Tag, und zwar 1-4 mal, je nach Dauer der Krankheit. Als therapeutische Dosis sah ich 0,002 g pro kg Körpergewicht als hoch genug. Denn wenn auch bei den Versuchstieren 0,0038 g pro kg Körpergewicht gut vertragen wurden, so rechnete ich doch mit der Möglichkeit, dass bei einem durch infektiöse, fieberhafte Krankheit geschwächten Tiere die Giftwirkung des Mittels schon bei kleineren Dosen einsetzen konnte.
Von den 7 Drusefällen war der Verlauf der Krankheit in 6 Fällen der gleiche:
Trotz Argochrom-Injektion, Injektion jeden zweiten Tag war das Abszedieren der Kehlgangslymphknoten in keinem Falle zu verhindern, Am 5.—7, Tage mussten jedes mal die Abszesse gespalten werden, wonach sich reichlich Druseeiter entleerte.. Darauf trat jedes mal baldige Heilung ein. Dagegen konnte in einem Falle trotz Argochrombehandlung nicht verhindert werden, dass sich außer den Abszessen im Kehlgang auch noch einer in der Brusthöhle bildete, der am 9. Behandlungstage den Tod des Pferdes herbeiführte: In 2 Fällen von bösartigem Katarrhalfieber war die Argochrombehandlung ebenfalls gänzlich erfolglos; Die eine Kuh wurde 3 mal behandelt, musste aber am 8. Tage wegen völliger Aussichtslosigkeit geschlachtet werden. Die 2. Kuh musste schon 2 Stunden nach der ersten Injektion geschlachtet werden, da sie unruhig wurde, sich häufig niederwarf, stoßweise atmete und das Sensorium sich benommen zeigte. Ich hielt diese Erscheinungen schon für eine Vergiftung durch Argochrom trotz der geringen Dosis.
Ferner hatte ich Gelegenheit, das Mittel in 2 Fällen von jauchiger Metritis anzuwenden, und zwar bei einer Kuh infolge retentio secundinarum und bei einer Stute nach einer Schwergeburt. Außer Argochrom wurden noch desinfizierende und adstringierende Uterusspülungen und innerlich Herzmittel verabfolgt. Bei der Kuh trat trotz zweimaliger Argochrominjektion am 3. Tage der Tod ein. Bei der Stute konnte trotz häufiger Argochrombehandlung nicht verhindert werden, dass die anfangs rein lokale Entzündung an einer Stelle der Gebärmutter noch nach 15. Tagen zur jauchigen Meitritis und dann zur allgemeinen tödlichen Sepsis ausartete.
Bei Lungenentzündung wurde das Mittel in 5 Fällen verwendet, und zwar in 3 Fällen von katarrhalischer Pneumonie und 2 Fällen von Brustseuche. Alle 5 Fälle waren nicht besonders schwerer Natur und gelangten in 6—9 Tagen zur Heilung, jedoch bin ich überzeugt, dass sie auch ohne Argochrom ebenso schnell geheilt wären.
Bei Rotlauf der Schweine wurde das Mittel in 4 Fällen verwendet, trotzdem trat im allen 4 Fällen schon nach 24.Std. der Tod ein, obgleich außer Argochrom auch noch reichlich Rotlauf-Serum verimpft würde.
Schlußfolgerung!
Auf Grund meiner Versuche komme ich zu dem Schluß, dass dem Argochrom in der Veterinärmedizin entgegen den Berichten in der Humanmedizin und denen der beiden erwähnten Tierärzte keine besondere Heilwirkung beigemessen werden kann. Ich halte die therapeutische Dosis für viel zu schwach, als dass durch die geringe Menge von 0,002 oder höchstens 0,003 g pro kg Körpergewicht die Bakterien verschiedenster Art im Tierkörper abgetötet werden könnten. Stärkere Dosen sind aber wegen der heftigen Giftwirkung ausgeschlossen. Ich kann daher das Argochrom als Therapeutikum bei den oben erwähnten Krankheiten nicht empfehlen.
Methylenblausilber (Argochrom)
1913 veröffentlichten Dr. Adolf Edelmann und Dozent Dr. Albert v. Müller-Deliam ein Rezept für Methylenblausilber, welches später von Merck vertrieben wurde.
Über die Wirkung des Methylenblau bei Malaria
Malaria ist ein Fall, wo es schon 1891 Daten gab, dass Methylenblau funktioniert. Irgendwann bekam man Angst (gemacht), dass MB zu reduzierten Hämoglobinwerten bei Malariabehandlung führt und setzte auf Chinin, welches das gleiche Problem verursacht. Nun entwickeln sich erste Resistenzen gegen Chinin:
Ramanspektrostkopie von Methylenblausilber
Die Kombination von Methylenblau und Kolloidalem Silber wurde in den 1920er Jahren gegen Sepsis und bei anderen Problemen eingesetzt. Hergestellt wurde die Kombi unter dem Namen Argochrom von Merck.
Über die antibakteriellen Wirkungen einiger Anilinfarbstoffe
1880 schrieb August Beckh seine Doktorarbeit an der medizinischem Fakultät der Uni Erlangen.
Über die Wirkung von Methylenblau auf die Säugetiere
Man war auch im 19. Jahrhundert nicht so wahnsinnig direkt mit Chemikalien in Menschen zu gehen, wie es scheint. Es gab Tierversuche zur Dosierung im Jahr 1888. Damit war auch klar, dass Haus- und Nutztiere Methylenblau gut vertragen, als man es letztendlich in der Tiermedizin eingesetzt hat.
Methylenblausilber bei eitrigen Mittelohrentzündungen. Vortrag, gehalten in der Österr otolog. Gesellschaft am 27. April 1914.
Methylenblausilber (Argochrom)
1913 veröffentlichten Dr. Adolf Edelmann und Dozent Dr. Albert v. Müller-Deliam ein Rezept für Methylenblausilber, welches später von Merck vertrieben wurde.
Deutsche Medizinische Wochenschrift 1913 39, 2. Halbjahr Ab 1289 : Free Download, Borrow, and Streaming : Internet Archive https://archive.org/details/DeutscheMedizinischeWochenschrift1913392.HalbjahrAb1289/page/n1086/mode/1up
Silbernitrat - DocCheck Flexikon https://flexikon.doccheck.com/de/Silbernitrat
Ramanspektrostkopie von Methylenblausilber
Die Kombination von Methylenblau und Kolloidalem Silber wurde in den 1920er Jahren gegen Sepsis und bei anderen Problemen eingesetzt. Hergestellt wurde die Kombi unter dem Namen Argochrom von Merck.









Wurde ein schöner Grundsatzartikel über in-vitro - in-vivo - und warum auch Tierversuche nur bedingt auf den Menschen übertragbar sind. Und warum die Entdecker im 19. Jahrhundert alles an sich selbst ausprobierten. Aber das machten wir mit den Masken ja auch noch.