Impfstoffe erfinden keine neuen Antikörper.
Exkurs in die Vorlesung "Einführung in die Immunbiologie"
Da ich immer wieder die gleichen Fragen bekomme, gibt es heute einen Exkurs in die VDJ-Rekombination, also eine Zusammenfassung der Vorlesung “Einführung in die Immunbiologie” aus dem ersten Semester 1997 ergänzt mit aktuellen Daten.
VDJ-Rekombination auf genetischer Ebene war meine Prüfungsfrage im Nebenfach Immunologie am MPI für Immunbiologie in Freiburg.
Das sind prüfungsrelevante Grundlagen, die auch abgefragt werden und somit keine Verschwörungstheorie.
1987 gab es für die Klärung der VDJ-Rekombination den Nobelpreis für den japanischen Molekularbiologen Susumu Tonegawa.
Die Grundlagen kann man sich auch als Nobel Price Lecture geben.
https://www.nobelprize.org/prizes/medicine/1987/tonegawa/lecture/
https://www.nobelprize.org/uploads/2018/06/tonegawa-lecture.pdf
Was ist die VDJ Rekombination?
Die VDJ-Rekombination ist ein genetischer Prozess, der im Knochenmark stattfindet. Hierbei werden Gene in zufälliger Reihenfolge zu größeren Einheiten zusammengestellt, könnte man grob sagen. Mathematisch haben wir es mit Rekombination zu tun. Jede Kugel ist einmal vorhanden, es wird nicht zurückgelegt, aber es gibt viele Kugeln, die auf unterschiedliche Art und Weise kombiniert werden.
Im Lehrbuch Janeway Immunologie 9. Auflage, wir das in Kapitel 5.2 Seite 239 wie das bei den T-Zell Rezeptoren gemacht wird, wie für die Antigenerkennung auf T-Zellen zuständig sind.
Bei B-Zellen läuft es analog, da verweist das Lehrbuch im Bild auf Seite 247 nur noch auf VDJ, lies bei T-Zellen, wie das geht.
Das Kapitel in der Version von 2018 gibt es sogar kostenlos online.1
Für die mitlesenden Mathematiker die Daten für die Berechnung der möglichen Varianten:
Und auf welche Art und weise die Gene gezogen werden:
Welche Folgen hat die VDJ-Rekombination für die erworbene Immunität?
Da Antigene auf Molekülen namens MHC nach dem Schlüssel-Schloss Prinzip präsentiert werden und die V(D)J-Rekombination zwar das riesige "Start-Sortiment" an Erkennungsmustern bildet, muss anschließend im Thymus noch sortiert werden. Wer körpereigene Strukturen erkennt, wird eliminiert, um Autoimmunangriffe zu verhindern. Das ist aber nicht Thema dieses Artikels, das läuft im Hintergrund als Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung.
Durch die VDJ-Rekombination sind Milliarden verschiedener T-und B-Zellen entstanden, die theoretisch fast alles binden können. Man nennt das die antigenunabhängige Differenzierung. Das Immunsystem hält für fast jeden Erreger eine "passende" Zelle bereit – allerdings ist diese Bindung oft noch sehr schwach und ungenau, aber es bindet und erfüllt erst einmal seine Aufgabe. Dieses Grundstock an Ausrüstung stellt sicher, dass wir nicht erst auf eine Mutation warten müssen, um auf einen neuen Erreger zu reagieren, sondern dass die Grundausrüstung bereits vorhanden ist.
Sobald eine B-Zelle ihr passendes Antigen findet, passiert etwas Entscheidendes, das über die bloße VDJ-Rekombination hinausgeht: die Somatische Hypermutation.4 Man könnte sagen, die Grundausstattung wird für das bestehende Problem optimiert. Statt eines einfachen großen Löffel für alles, der prinzipiell seinen Dienst erfüllt, hat man nun Esslöffel, Suppenlöffel, Teelöffel, Kaffeelöffel, Eislöffel, Löffel mit Röhrchen…
Das naive, angeborene Repertoire des Endprodukts der VDJ-Rekombination ist somit schon mal generell in der Lage ist, eine potenziell unbegrenzte Anzahl fremder Antigene zu erkennen.5 Der Pool naiver B-Zellen allein kann bereits ein nahezu unbegrenztes Spektrum an Krankheitserregern abdecken.6 Dabei spielen auch die J Anteile der VDJ-Rekombination eine wichtige Rolle, die gerne übersehen wird.7
Es gibt Berechnungen, dass die somatische Hypermutation nett, aber nicht unbedingt lebensnotwendig ist. Das Grundrepertoire würde auch reichen8, die somatische Hypermutation ist das Risiko des Gewinns durch die Optimierung aber wert.9
Man könnte Sagen, der generelle Schlüssel durch die VDJ-Rekombination passt auf jedes potentielle Schloss, ruckelt aber teilweise ein wenig. Die somatische Hypermutation optimiert die Passung des Schlüssels, damit man nicht ruckeln muss. Wäre nicht nötig, ist aber nett zu haben.
Impfstoffe erfinden keine neuen Antikörper
Eine Impfung ist im Grunde ein “Such- und Trainingsbefehl” für das bereits vorhandene, durch V(D)J-Rekombination entstandene Repertoire. Ohne die VDJ-Rekombination gäbe es keine einzige B-Zelle, die auf den Impfstoff reagieren könnte. Der Impfstoff fungiert als Köder. Er pickt sich aus den Milliarden zufälligen B-Zellen genau die wenigen heraus, deren Rezeptoren (durch Zufall) an den Impfstoff binden. Mit Impfstoff ist aber nicht nur das Antigen im Impfstoff gemeint, damit sind alle Bestandteile des Impfstoffes gemeint und die sind recht vielfältig.
Damit wären wir bei den Landsteiner Experimenten von 1936: Wir bilden Antikörper gegen Chemikalien, die in der Natur nicht vorkommen. Das heißt aber nicht, dass diese immunologisch sinnvoll agieren würden oder Immunität erzeugen würden.
Antikörper sind kein Maß für Immunität.
Ein Impfstoff kann nur das potenzieren und optimieren, was die Genetik zuvor durch Zufall bereitgestellt hat. Wäre das menschliche Genom nicht in der Lage, über die VDJ-Rekombination eine B-Zelle gegen ein bestimmtes Protein zu generieren, wäre jede Impfung wirkungslos. 10 11
Impfen aktiviert gezielt Zellen, die bereits durch Zufall entstanden sind.12 13
Die gezielte Aktivierung klingt erst mal gut.
Die Sache hat aber einen großen Haken, der dabei nicht bedacht wird.
Die Immunologische Erbsünde
Eine natürliche Infektion führt zu einer breiteren Antikörperantwort als eine Impfung, da das Immunsystem mit dem gesamten Erreger und nicht nur mit einzelnen Bestandteilen konfrontiert wird. Wissenschaftliche Vergleiche zeigen, dass eine natürliche Infektion ein breiteres Spektrum an B-Zell-Klonen aktiviert, da sie gegen alle Proteine eines Erregers gerichtet ist, während viele moderne Impfstoffe nur auf ein spezifisches Protein abzielen.14 15 16
Das ist nicht nur schlecht für den geimpften Menschen, das hat Folgen für die Weltbevölkerung weil dies zur “Entstehung von Varianten führen, die dem Immunsystem entkommen und die Entwicklung von Impfstoffen gegen dieses neu auftretende Virus weiterhin erschweren werden.” 17
Die durch natürliche Infektion entstandenen B-Gedächtniszellen reifen über Monate hinweg kontinuierlich mutieren dabei, was zu Antikörpern mit größerer Potenz und Breite führt, anders als nach einer mRNA-Impfung.18 19
Während eine Impfung einen kontrollierten Schutz gegen die gefährlichsten Teile eines Erregers aufbaut, lernt das Immunsystem bei einer natürlichen Infektion am gesamten Erreger und verfeinert seine Antikörper oft über einen längeren Zeitraum und gegen mehr Ziele.
Was bedeutet das für die Masernimpfung
Bereits vor jedem Kontakt mit dem Masernvirus besitzt der Körper durch die VDJ-Rekombination ein angeborenes Repertoire an T- und B-Zellen. Diese Zellen wurden im Knochenmark durch zufällige Neukombination von Gensegmenten erzeugt. Statistisch gesehen existieren bereits "Ur-Antikörper", die Teile des Masernvirus (z. B. das Hämagglutinin-Protein) binden können.
Die Masernimpfung (Lebendimpfstoff) erzeugt keine neuen Antikörper. Sie fungiert als Selektionswerkzeug, das aus dem riesigen Pool der zufällig entstandenen naiven B-Zellen genau die wenigen herauspickt, die auf Masern passen. Ohne diese biologisch bereits vorhandenen Vorläufer-Zellen könnte die Impfung keine Reaktion auslösen.
Masernimpfungen haben nun ein ganz spezielles historisches Problem. Die heute verwendeten Masernimpfstoffe basieren fast ausnahmslos auf Virusisolaten aus den 1950er Jahren.20
In den letzten 76 Jahren haben sich daher Masernvarianten entwickelt.21
Die Masernimpfung bildet vor allem H-spezifische Antikörper. 22 23 24
Das muss sogar die google KI zugeben.
Zur Orientierung, wie so ein Masernvirus aussehen könnte:
Das Hämagglutinin (H) Protein ist und dunkelblau dargestellt. So sieht das Virus in der Elektronen Kryotomographie aus.
Man hat auch bei dieser klassischen Impfung wieder einmal hauptsächlich Antikörper gegen ein spikeartiges Protein erzeugt, das im Falle der Masern aber deutlich weniger und langsamer mutiert zu scheint als bei anderen Viren.
Die Mutationen in zirkulierenden Wildtypen können die Fähigkeit von impfinduzierten T-Zellen stören können, auf diese Viren zu reagieren.
“Vor allem aber konnten wir nachweisen, dass Mutationen die Fähigkeit der durch die Impfung induzierten CD4+-T-Zellen beeinträchtigten, auf zirkulierende Viren zu reagieren. Folglich können Mutationen in den Epitopregionen zirkulierender Viren die Wirksamkeit der durch die Impfung induzierten T-Zell-Immunität beeinträchtigen.”27
Dennoch wird natürlich auch in dieser Publikation pro Impfung argumentiert und das Ergebnis der Immunflucht ist natürlich: Mehr impfen und öfter.
Aktuell gibt es keine offiziellen Daten, die eine Immunflucht des Masernvirus belegen würden. Wer auch immer das publiziert, kann sich anschließend wahrscheinlich von seiner Karriere verabschieden. Bisher sieht es nämlich so aus, dass das Hämagglutinin der Masern kaum eine Möglichkeit hat, zu mutieren, ohne seine Funktion zu verlieren.28 Der einfache Grund ist, dass das Genom der Masernvirenaus einem einzigen, zusammenhängenden Strang besteht, der cross-over ohne Funktionsverlust praktisch unmöglich macht, anders als beim segmentierten Genom von Influenzaviren. Damit stellt das Masernvirus einerseits sicher, dass es nicht so viele kaputte Partikel produziert, steckt aber in einer evolutionären Falle, aus der es nicht wirklich raus kommt. Theoretisch wäre also eine Ausrottung des Masernvirus möglich, weil der Mensch der einzige Wirt ist.
Lustig ist aber schon, dass der Schutz durch die Impfung sinkt, wenn kein Kontakt zu Wildviren erfolgt, daher muss man natürlich nachimpfen29, während die Antikörper nach einer Infektion ein Leben lang ausreichen.
Was bedeutet das für die SARS-CoV-2 Injektionen?
Die Immunflucht ist bei Sars-CoV-2 massiv, daher steigt die Infektionswahrscheinlichkeit nach Impfung.30
Vermutlich ist das auch der Grund, warum bei vielen Impfungen, die Infektionswahrscheinlichkeit für Geimpfte höher ist als für Ungeimpfte. Pertussis ist auch so ein Beispiel für schiefgelaufene Impfung. Die gebildeten Antikörper sind falsch und führen zur einer lebenslangen erhöhten Infektionswahrscheinlichkeit.31
Beim Spike-Protein gibt es aber noch ein Problem, daher wurde das erste Paper zum Thema zensiert, obwohl es mittlerweile andere Paper gibt, die das auch indirekt belegen.
Die Geschichte des Papers und seiner Zensur habe ich hier archiviert:
Die Autoren behaupten, dass das Spike-Protein von SARS-CoV-2 kann die VDJ-Rekombination stört, indem es wichtige DNA-Reparaturmechanismen im Zellkern behindert. Ein Teil der Spike-Proteine gelangt während einer Infektion in den Zellkern der Wirtszelle. Dort stört es die Rekrutierung von Schlüsselproteinen der DNA-Reparatur. Da die VDJ-Rekombination auf das gezielte Schneiden und präzise Wiederverknüpfen von DNA-Strängen angewiesen ist (ähnlich einer DNA-Reparatur), führt die Blockade dieser Reparaturproteine zu einer gestörten Bildung funktioneller Immunrezeptoren.
Das Paper müsste repliziert werden, aber wer wird sich trauen, so etwas zu veröffentlichen, wenn man nicht gerade kurz vor der Emeritur ist oder die Karriere ohnehin beenden wollte.
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Vielleicht erfinden sie ja doch welche - nur eben nicht so wie gedacht, sondern durch Störung der natürlichen Antikörperprodiktion. Sozusagen Ausschussware im großen Stil, die so nie produziert worden wäre. https://tkp.at/2026/04/26/koerper-zellen-besitzen-direkte-emf-sensoren-cell-studie-2026-zerstoert-kein-wirkmechanismus-maerchen-der-mobilfunk-industrie/
Danke zunächst für diesen Exkurs. Einige Anmerkungen. "Die VDJ-Rekombination ist ein genetischer Prozess, der im Knochenmark stattfindet." Dies gilt nur für B-Zellen/B-Lymphozyten.Dieser Prozesss ("Ausreifung") findet für T-Zellen im Thymus statt.
Weiterhin ist zu berücksichtigen, das es sowas wie eine immunologische N a i v i t ä t gibt gegenüber Erregern (Bakterien, Viren, Protozoen, etc.) mit denen der Organismus noch keinen
Kontakt hatte. Neugeborene sind ja gegen viele Pathogenese durch mütterliche Antikörper auch und insbesondere durch T- und T-Gedächtniszellen der Mütter gut geschützt und bauen vor allem über ihr T-Zell System eine spezifische Immunität in den ersten Monaten/Jahren auf.
Die immunologische N a i v i t ä t ist meist graduell, zum Beispiel starben während der spanischen Konquistadoren Zeit in Südamerika ca. 50-60 % der immunologisch (graduell) naiven indianischen Bevölkerung an Masern. Die Überlebenden waren schwerkrank, hatten offenbar schon eine Basis Immunität per VDJ Rekombination und bildeten dann eine spezifische Immunität z.B. gegen Masern aus, die sich dann in den nachwachsenden Generationen verfestigte und zu einer starken Verminderung der Letalitätsrate z.B. an Masern führte (vergleichbar mit Europa).
Die immunologische Naivität ist also , wie erklärt, abgestuft vorhanden. So gab es gegen das im Labor verböserte Corona Virus bei vielen Menschen Antikörper gegen das Oberflächen Antigen von SarsCov2, weil sie bereits Kontakt mit einem oder mehreren der vier oder fünf bekannten humanen Corona(Erkältungs)Viren hatten und der "alte" Sero Test auch bei SarsCov2 verwendet wurde und funktioniert . Im Wesentlichen wurde nur das Andock(Spike)Protein bei SarsCov2 im Labor verbösert. Es gab als kein "neues Virus" sondern nur eine neue Variante des bekannten Sars Coronavirus, und bereits zu Anfang war bekannt (Tübinger Immunologie), daß ca. 70 % der Leute eine (unspezifische) T-Zell Basisimmunität gegen SarsCov2 hatten.
Zudem kann man z.B. das Masernvirus nicht mit saisonalen Atemwegs Viren
wie Influenza oder Corona vergleichen (Letztere mutieren viel häufiger- weil sie sich dadurch viel besser auszubreiten und Vervielfältigen können). Klar ist natürlich daß dann bei der "Impfung" gegen solche stark mutierenden Viren noch zusätzlich eine Impf -Immunflucht/Veränderung stattfindet, weshalb Impfungen gegen stark mutierende Atemwegsviren letztlich sinnlos sind. Auch beim Masernvirus gilt dieser Vorgang prinzipiell,
aber die Mutationsfreudigkeit dieses Virus ist viel geringer.
Resümee: die VDJ Rekombination macht nur eine Basis Immunität, aber eben keine spezifische Immunität, diese wird durch allfällige (fakultativ) pathogene Keime zunächst via T-Zell und dann 10-14 Tage später via B-Zellsystem erzeugt, natürlich neben der bestehenden unspezifischen Abwehr.
Impfstoffe lösen T-Zell und verzögert (via B-Zell System) spezifische Antikörperraktionen aus,
die entweder schmalspurig (vgl. neue Keuchhustenimpfung zur Alten) sind, oder von vornherein keine Chance gegen stark mutierende Viren haben. Zudem ist bei Impfstoffen deren tatsächliche Wirkung(Schutz) vor Tod (hohe Letalitätsraten) und oder schwere Komplikationen einer Erkrankung streng zu beachten. Bei dieser Betrachtung fallen mehr als die Hälfte aller derzeitigen Impfstoffe durch den Rost, zu schweigen von den modmRNA Gensubstanzen die man nicht zu den Impfstoffen zählen darf.